Monohull vs. Multihull
Ein Rumpf oder doch lieber zwei?
Katamaran, Trimaran oder Einrümpfer – was bevorzugen Sie?
Schön, wie aufrecht so ein Kat segelt
©H. Genthe/ stockmaritim
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob nicht im Kat sein Glück er findet!“ – segeln-Kolumnist
Armin Halle zumindest ist von den Vorzügen mehrerer Rümpfe überzeugt.
"Der Mensch hat zwei Beine, zwei Hände, das ganze Leben hat zwei
Seiten, kurzum, der Mensch braucht den Katamaran", lautet seine Schlussfolgerung. Nur ein Kat biete Paaren die zuweilen
nötige Distanz – jeder in seinem Rumpf – und auch die moderne,
kinderreiche Patchworkfamilie finde in einem Multi- unvergleichlich
viel mehr (Spiel)raum als in einem Monohull. Ein weiteres schlagendes
Argument: Der Gin Tonic kann auch bei frischem Wind ganz kommod unter
Deck genossen werden, ohne die Polster zu bekleckern.
Sollen wir uns angesichts dieser Fülle von Argumenten jetzt alle
einen Katamaran kaufen? Welcher mutige Segler, welche Seglerin springt
für den unpraktischen, engen und krängenden einen Rumpf in die Bresche?
Kommentar von Michael
Hallo,
also am Katamaran segeln ist schon was dran. Wenn da nicht das Liegeplatzproblem wäre. Gerade bei uns an der Ostsee sind die meisten richtig gemütlichen Häfen einfach viel zu klein dafür. Und Einschränkung an der Zielortbestimmung ist das was ein richtiger Segler gar nicht witzig findet. Also da bleibt wohl der Einrümpfer mit etwas weniger Platz übrig, jedenfalls für unser Revier hier oben. (-;
06.12.2010
Kommentar von Andreas
Hallo, sehr sehr schöne Kolumne in 12/2010. Danke
18.11.2010
Kommentar von Gundolf
Vielleicht ist es ja nur so, dass Monohull-Fahrer die öffentliche Bestätigung über ihr Konzept gar nicht (mehr) brauchen?
Nee - lassen wir das! Diese Debatte führt zu nichts. Soetwas gab es ja schon mal und zwar bei den Autos: Front- oder Heckantrieb? Wie schon dort, gibt es auch bei der Frage nach der Zahl der Rümpfe keine gute Antwort nach dem Sinn, was besser ist.
Hat nicht Jedes seine eigenen Reiz? Laden wir uns lieber gegenseitig ein, beides zu genießen.
Ich, z.B. trinke morgens Tee und Nachmittags Kaffee - ;-)
Aber einen habe ich noch: ist es nicht einfach spannend, so richtig hoch am Wind zu kneifen?
Kommentar von Hans Steiner
Guten Tag,
zunächst zu mir: ich bin Eigner einer Feeling 416 di, also eines Einrümpfers mit diversen Vorteilen wie z.B. flachem Rumpf = flachwassertauglich.
Als Monosegler bin ich eher Wohnmobilfahrer - gentlemen don´t tack - und meide Kreuzkurse.
Regattasegeln und "Wettfahren" ist nicht meine Sache.
Beim 2010er Familientörn mit 2 Kleinkindern waren wir in 6 Wochen - dem Wind folgend - zwischen Kos und Patmos unterwegs, insgesamt kaum mehr als 100 sm, eher weniger.
Mir ist also der Aufenthalt auf/am Wasser, die einsame Bucht, die Möglichkeit, den aktuellen Standort je nach laune zu wählen, jeweils im Hafen in der "Bestlage" zu wohnen und in der pole spectator position zu sein, wichtiger, als der seglerische Aspekt, der ist eher Mittel zum Zweck, nämlich dem des Ankommens und "da" seins (zumal ich aufgrund meines Jobs als - online - Yachtagenturbetreiber standortunabhängig arbeiten und monatelang an Bord sein kann.
Nach über 30.000 sm habe ich mich dieses Jahr an einen Kat "angeschlichen".
Erst mit einem befreundeten Skipper eine Überführung eines Nautitech 47 mitgefahren (Deckshand), dann mit einem angeheuerten Skipper mal als Coach ausprobiert...
Mitte Oktober ging´s dann mit einem Lagoon 400 von Kos erst quer durch die Ägäis nach Athen und dann 1 Woche Teilnahme am Catamarans Cup.(eine Katamaran Fun Regatta)
Dabei habe ich meine Annahmen über Katamarane bestätigt gefunden:
unendlich Stauraum (wenngleich der auf einem Charterkat leider nicht sinnvoll nutzbar ist, bei einem Eignerkat würde man viele Schapps anders nutzen), angenehme Segeleigenschaften (trotz des immer noch großen Respekts vor den Reffvorschriften, da muß man sich seine eigene Erfahrung aufbauen), unendlich Platz und Komfort in großen Kabinen statt Camping on the sea-schlupfsärgen, auch bei Seegang durch Aufenthalt "oben" weniger Probleme mit Seekrankheit (doch , man kann auch auf Kats seekrank werden, wie einige Mitseglerinnen leidvoll erfuhren), vor allem der Wohn-Komfortaspekt hat mich überzeugt.
Auch ICH suche keine Regattarennziege, sondern ein segelndes Wohnmobil...die behauptung von Bobby Schenk, Gläöser würden auf der Weltumsegelung nicht umfallen, kann ich widerlegenm - das klappt nur, wenn man die Kykladen auslässt *smile*
Und das ist es schon.
Nachteilig zu sehen sind die exorbitant und extrem schnell ansteigenden Liegeplatzgebühren.
Während wir im östlichen MM in GR ja noch relativ moderate LP Preise haben, so sind in TR die Preise aufgrund starker türkischer Binnenkonjunktur und -nachfrage drastisch gestiegen und weiter ansteigend! Preise wie auf Mallorca oder Sardinien dürften bald in den zentralen spots ebenfalls normal sein, WENN man überhaupt einen Platz bekommt...
Und damit wird die Freude an einem Katamaran schon deutlich getrübt: wer den nur einige Wochen im Jahr nutzen kann, dann liften muß oder Wasserplatz den Rest des Jahres zahlen muß, braucht schon viel Spielkapital für Anschaffung, Unterhalt und eben Liegeplatz.
Chartermodelle bieten kaum einen Ausweg, dann segelt man auf einem für Charter ausgerüsteten 0815-Kat, der - wie halt bei Charter üblich - stark belastet wird, und der ja nach 5-8 Jahren auch wieder in die Eigen(zahl)verantwortung zurückfällt.Die Kosten gehen hoch...und dann?
Wenn der Kat im Jahr 15-20.000 EUR kostet, kommt auch der gehobene Mittelstand ins Grübeln, will mir scheinen.
Die ganz Finanzstarken wird das nciht kümmern, aber wer stellt denn die Masse der heutigen Chartermodellkäufer oder Privateigner: wohlhabender, aber längst nicht völlig geldwert/valueentfremdeter gehobener Mittelstand. Und diese (Kauf)leute schauen halt schon auch auf die Kosten eines Hobbies und den echten Gegenwert, der erreichbar ist.
Ich kenne wenige, denen das egal ist. Eigentlich ALLE eigner, die ich kenne, und das sind querbeet durch alle >schichten nicht wenige, suchen diese Kosten einzugrenzen, schon bei Monohulls, wie erst bei Katamaranen?
Eignergemeinschaften könnten eine Lösung sein, mit den bekannten Problemen.
Ich selbst habe eine Art Timesharing-Modell erarbeitet, welches aber eben auch nur deswegen funktionieren kann, weil ich selbst in der Branche aktiv bin.
Schaltete man Dienstleister ein, rechnet sich das alles nicht mehr.
Fazit: ein Katamaran trifft den Nerv der zunehmend urlaubsorientierten Segler, und die Nachfrage (gerade bei Charter) dürfte viele Jahre zunehmen, aber als Privateigner stellen die zukünftigen Wartungs- und vor allem eben Liegeplatzkosten ein sehr erhebliches Risiko dar (zumal bereits tausende Privateigner mit Kojencharterangeboten die eigenen - teils ja auch schwarz=illegal - Kosten zu reduzieren versuchen, so daß diese Refinanzierung auch nicht mehr denkbar erscheint)
15.11.2010
Kommentar von WoNeu
Ganz abgesehen vom teils schauerlichen Deutsch der Diskutanten: ich verstehe diese Argumente nicht. Ein Zweirumpfboot muß sich der Meeresoberfläche fügen, und wenn diese mit Seegang gesegnet ist, tanzt und rollt so ein Katamaran. Wenn ein Verfechter dieser Boote meint, Gläser blieben immer stehen, dann segelt er wohl nur bei glattem Wasser. Einrümpfer behalten bei viel Wind und Welle die Schräglage und tauchen eben auf und ab. Von Katamaranen sind Unfälle bekannt, wo Leute quer durch den riesigen Salon geflogen sind, weil es zwischendurch kein Halten mehr gab. Als Vorteile sehe ich natürlich den geringen Tiefgang und das Platzangebot, u.a. für das Beiboot achtern am Zwischendeck.
Kommentar von Peter Kurtze
So viel Pro bis jetzt, da brauche ich kaum noch drauf zu setzen. Aber zur Ergänzung sei noch erwähnt, daß es den Kat zum auseinanderfahren der Rümpfe auch schon gibt, anzuschauen bei youTube. Damit ist er trotz seefähiger Größe noch trailerbar und zu Slippen. Er kann kentern. Das weiß ich nach 35 Jahren Hobie 16 segeln sehr wohl, aber er sinkt dann nicht. Klaus Engel hält Ihn ohnehin für das sicherst Schiff auf dem Wasser bei richtiger Bauweise und Handhabung. Ich selbst habe auch schon 11 Beaufort ziemlich Stressfrei durchstanden und meine Gäste meinten bei abflauend 8-9 Bft, es sei doch sehr ruhig geworden. Seit über 40 Jahren habe ich zwischen 7,5 Fuß und 48 Fuß Mono wie Kat gesegelt. Den Mono segelt man sicher mehr nach und fürs Gefühl, den Kreutzer-Kat mit dem Kopf. Die Adrenalinsüchtigen fühlen sich wohler auf dem Mono und auch auf dem Strandkat, die ruhigeren eher auf dem Kreutzer-Kat. Darum starte ich auch wieder mit einem Kat im Dezember auf den Kapverden, habe auch einen Beitrag dazu unter Crewsuche hier in verschiedenen Foren und auf meiner Site www.kat-segeln.com. Last not least unser \"Entspannungstörn um Mallorca\" fand auch hier im Magazin Segeln eine Erwähnung.Danke dafür.
Kommentar von Willy Kring
Als Katsegler weis ich die Vorzüge des Zweirümpfers zu schätzen wie, kaum Seekrankheit,komfortables segeln da kaum Kränkung,geringer Tiefgang und somit Anfahren von seichten Buchten,auch vor Anker kaum Querbewegung wie bei Einrümpfern, usw.
Leider gibt es kaum neue Kattamarane im Bereich von 10m - 11m, auch sind Kattamarane in manchen Häfen auf Grund ihrer Breite nicht gerne gesehen, desweiteren sind die kleinen trailerbaren Kattamerane nicht gut zu slippen da sie nicht im Wasser auseinander zu fahren sind, hier müßten die Konstruktoere noch Denkarbeit leisten.
Kommentar von Pit
Schade, dass hier keine Einrumpfsegler mitdiskutieren. In der Tat ist die Geschwindigkeit und die Art und Weise wie der Kat segelt ein Vergnügen pur. Dabei sportlicher, einfach erlebnisreicher und dabei entspannter, denn das Aufrechtesegeln kommt dem Befinden zugute.
Ein Erlebnis, dass kein Einrumpfboot bieten kann. Der einzige Minuspunkt ist, ein richtig großer und schneller Kat (z.b. Outremer 45) ist sauteuer und ein finanzieller Alptraum, sofern man kein Millionär ist.
Mit aufrechten Grüßem
04.05.2010
Kommentar von Thomas Rigler
Kann dem Kommentar von Dieter Day nur zustimmen, Hab auch beides gesegelt und hab mir einen gebrauchten Wharram Tiki 26 als Binnenschiff in Ostösterreich zugelegt. Problem aber bei den großen Charter-Kats ist immer die nötige Crewanzahl, damit es noch halbwegs wirtschaftlich bleibt. Eine Kat-Crew-Skipper Plattform wäre dazu ideal, würde da gerne mittun und meine webside zur Verfügung stellen. Ideen dazu sind immer willkommen !
Kommentar von Reinhold
Hahaha - eine Kat ist kein richtiges Schiff? Erzählen Sie das mal den Polynesiern "geschae".
Habe mir gerade (wieder) einen Hochsee-Katamaran gebaut. Es ist einfach das perfekte Schiff (z.B. für Bali & die Tropen): 4 Kabinen mit eigener Dusche & WC, ein riesiges Cockpit und ein grosses Vorschiff auf einer Länge von knapp 13 Metern. Suchen Sie das mal auf einem Mono ;-).
Hafenplätze sind hier kein Problem weil es keine (Häfen) gibt und Ankern macht eh viel mehr Spass.
Zum jährlichen Antifouling-Anstrich (und evtl. Reparaturen) fährt man bei Hochwasser einfach auf den Strand und spart sich so hohe Kosten für Kran oder Travelift.
Und, mal ehrlich, ist es wirklich smart ca. 30% des Gesamtgewichts durch das Wasser zu schieben, nur damit man nicht umkippt??
Nee, einmal Kat, immer Kat!!
22.02.2010
Kommentar von geschae
Ein Kat ist m.E. kein richtiges Schiff. Er ist nicht so wendig wie eine Yacht und hat einen schmalen Grenzbereich. Einmal umgekippt verfügt er über kein aufrichtendes Moment mehr. Unterdeck ist ein Kat zweigeteilt. Sein Platzbedarf im Hafen ist riesig. In einem überfüllten Mittelmeerhafen einen Platz mit einem Kat zu finden ist eher Glückssache. Glücklicherweise gibt es nicht so viele davon. Gäbe es mehr, wäre für alle weniger Platz vorhanden.
Kommentar von Sven Richter
Da sich bisher keiner über Trimarane geäussert hat möchte ich dies hier kurz machen. Ich bin 2008 vom Mono zum Tri (Corsair)umgestiegen und möchte nie wieder etwas anderes Segeln. Klar ist der Innenraum etwas beengter als ein gleich großer Mono, aber durch das enorme Geschwindigkeitspotential ist man nicht Tagelang ans Boot gefesselt. Wir segeln jetzt Etappen für die wir vorher 24 und mehr Stunden benötigt haben in 8 Stunden. Durch den Klappmechanismus des Trimarans benötigt er im Hafen nicht mehr Platz als ein Mono. Auch Slippen und Trailern sind dadurch Problemlos möglich. Das einzige Manko ist der Hohe Anschaffungspreis. Aber die vorteile überwiegen derart dass man diesen bald vergessen hat. Da mein Trimaran mit einem E-Motor bestückt ist sind die Vorteile gerade was den geringen Wasserwiderstand anbelangt unübertroffen. Ein drittel mehr Geschwindigkeit und Reichweite gegenüber einem Mono gleicher Länge und gleicher Motorisierung.
Mein Fazit einmal Tri - immer Tri!
Weitere Infos gibt es auch auf meiner Homepage unter: www.lespoir-tri.wg.am
14.01.2010
Kommentar von Ralf Güntert
Ein Kat muss nicht teuer sein.
Ich empfehle jedem mal einen Wharram Kat zu segeln.Diese Boote sind zu Preisen zu bekommen, die unterhalb eines vergleichbaren Einrumpfbootes liegen.
www.wharram-fenua.de
23.12.2009
Kommentar von Thomas Potschka
Ein Kat muss ja nicht immer 3 Zimmer,Küche, Diele Bad haben. Wir haben sehr viel Spa mit einem Format 700 beim Wochenendsegeln (Ostsee), gelegentlich auch mal mit Übernachtung in den kleinen Kabinen im Rumpf. Variabler Tiefgang (0,30-!,30) Dank Mittelschwert erschließt viele Segelgebiete. Bei Welle wg. des geringen Gewichts nicht immer \"Cocktailtauglich\" aber auch mal mit 4 -5 Personen als \"Auflugsdampfer\" sehr kommunikativ. -ich wünschte, es gäbe mehr Angebote in der sog. microclass. Für mich die perfekte Alternative zum Einrümpfer bis 8 Meter und nicht so langweilig wie \"Dickschiffsegeln\" :-)
16.12.2009
Kommentar von michael hucke
die vorteile von mehrrumpfbooten sind offensichtlich und leicht nachvollziehbar. leider ist der anschffungspreis für schnell segelnde multis im verhältnis zum raumangebot relativ hoch. nach meiner beobachtung ist das der häufigste grund, warum zuletzt doch eine kaufentscheidung für ein \\\"normales\\\" boot getroffen wird.
die liegeplatzkosten sind nicht so dramatisch höher und können bei realistischer betrachtung, im verhältnis zu den gesamtkosten eines \\\"bootprojektes\\\", wohl kaum ein ko-argument gegen einen kat sein. schliesslich wäre ein einrümpfer mit entsprechendem raumangebot auch länger.
wir erleben mit unserem kat, dass wir auf reisen häfen meiden. nicht wegen der kosten, die meisten Hafenmeister rechnen freundlicherweise normal nach länge ab, sondern weil der kat autark macht und ankern richtig spass bringt.
hafengebühren taugen nach unserer mehrrumpfboot-erfahrung seit 2004 also nicht als gegenargument.
18.11.2009
Kommentar von Dieter Dey
Mich hat der Beitrag von Armin Halle in segeln 11/2009 zum Thema Katamarane angesprochen. Als ich dann im Beitrag von Hans Genthe (Lagoon 400) las, er finde so einen Katamaran ja ganz schön, aber er stehe lieber am Steuer, da konnte ich mich nicht mehr zurückhalten diesen Beitrag zu verfassen.
Zu meinem Hintergrund: Ich bin promovierter Ingenieur und habe in meinem 2. Semester meines Studiums (1960) mal ein kleines Segelboot mit 8m” Segelfläche gebaut. Ich war dann 40 Jahre lang begeisterter Segelflieger mit Motorsegler-Berechtigung. Im Rahmen meiner Überlegungen, was mache ich ab 65? Habe ich mich, zusammen mit meinem Freund, für die Anschaffung eines Fahrtenkatamarans zum Reisen entschieden.
Ich liebe schöne Segeljachten und kann jeden gut verstehen, der das Rudergefühl eines Einrumpfbootes liebt. Man ist in diesen Augenblicken eins mit dem Schiff und der Natur. Fragen darf man natürlich, ob die Crew das immer genauso empfindet.
Ein Fahrtenkatamaran ist eine Maschine zum Reisen, man bedient sie etwas abstrakt und mit Distanz, aber man kann mit einer Gruppe, seien es zwei Eigner , zwei Ehepaare oder 4 Personen, die sich nicht intim kennen, sehr gut zusammen leben. Man kann frei herumlaufen, im Salon mit Rundumsicht oder im Cockpit vor Sonne und Regen geschützt bequem sitzen. Ein Kat wirkt kommunikativ. Alles bleibt dort stehen, wo man es hingestellt hat. Man kann sich auch zurückziehen und sich so setzen, daß man niemanden sieht oder hört.
Die Auswahl eines geeigneten Fahrtenkatamaran ist nicht ganz leicht. Er sollte nicht zu klein, nicht zu groß und noch erschwinglich sein. Die Unterhaltskosten wurden schon von Bobby Schenk als grenzwertig bezeichnet, denn gerne werden Liegeplätze nach m” berechnet.
Wir haben uns 2007 für ein ehemals verchartertes Schiff, eine Lagoon 410, Baujahr 2001 in der Standardversion mit 4 Doppelkabinen und 2 Bädern entschieden. Sie belegt (BxH) 87 m” und wurde über 400 mal gebaut, bevor sie als S2 aufpoliert wurde.
Lagoon baut für die Charterfirmen und verkauft über ein selbständiges Händlernetz. Als einzelner Besitzer eines älteren Schiffes Unterstützung von der Werft zu bekommen, ist nicht ganz einfach.
Wir sind nun 3 Jahre mit wechselnden Crews im Mittelmeer gefahren und sind immer noch begeistert von unserem schwimmenden Sommerhaus mit Segeln und überzeugt von unserer Entscheidung. Wir können auch als ältere Sportsfreunde wunderschön Reisen. Wir fahren auch unter Segeln überwiegend automatisch. Den Autopiloten kann man sehr gut zur Optimierung des Segeltrimm benutzen. Und wenn man mal festgestellt hat, daß man automatisch schneller fahren kann als mit Handsteuerung, dann wird nur noch auf die Knöpfe gedrückt.
Es herrscht normalerweise auch bei stärkerem Wind eine entspannte Atmosphäre an Bord. Die höhere Geschwindigkeit ist wenig zu spüren, man muß sich der möglichen Gefahren beim Segeln ständig theoretisch bewußt bleiben.
Zum Reisen bleibt mein Fazit: Einmal Kat, immer Kat!